Möbelhaus XXXL Rück in Oberhausen: Widerstand gegen das Ausbeutungsmodell von XXXLutz

Möbelhaus XXXL Rück in Oberhausen:

Widerstand gegen das Ausbeutungsmodell von XXXLutz

 

Zu Beginn des Jahres 2014 wur­de die Möbelstadt Rück durch die XXXLutz-Gruppe über­nom­men. Im Zuge der Übernahme wur­de allen Beschäftigten des Möbelhauses in Oberhausen gekün­digt. Den meis­ten von ihnen wur­den Arbeitsverträge in XXXLutz-Gesellschaften ange­bo­ten – im Vergleich mit ihren alten Verträgen zu deut­lich schlech­te­ren Bedingungen. Potentiell unbe­que­me, „teu­re“ oder nicht so leicht künd­ba­re Beschäftigte, zum Beispiel Betriebsräte oder Schwerbehinderte, erhiel­ten nicht ein­mal die­ses Angebot. Die Geschäftsleitung behaup­tet auch heu­te noch, dies sei recht­mä­ßig gewe­sen, weil das Möbelhaus geschlos­sen und durch XXXL wie­der neu eröff­net wor­den wäre.

Kündigungsschutzklagen

Das Arbeitsgericht Oberhausen sah dies jedoch anders und ent­schied im Jahr 2016 in den meis­ten Fällen, dass die Kündigungen der Altbeschäftigten unzu­läs­sig sei­en, weil ein Betriebsübergang nach BetrVG § 613 statt­ge­fun­den habe. Tatsächlich ist der Geschäftsbetrieb bei Rück nach der Übernahme ohne Unterbrechung wei­ter gelau­fen.

Gegen die­se Urteile leg­te XXXL Berufung ein.

Am 1. August 2016 wur­de die ers­te der Kündigungsschutzklagen vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf ver­han­delt und ende­te mit einem Vergleich: Ein Tischler, der seit 1977 bei dem Möbelhaus beschäf­tigt war, erhält eine Abfindung von 75.000 Euro – 20.000 Euro mehr, als ihm in der Vorinstanz ange­bo­ten wor­den war. Der Tischler hat­te nach der Übernahme des Möbelhauses einen Arbeitsvertrag von einer der Lutz-Gesellschaften erhal­ten. Bereits nach einem hal­ben Jahr jedoch kün­dig­te XXXL Rück den Dienstleistungsvertrag mit die­ser Gesellschaft. Da Rück ihr ein­zi­ger Auftraggeber war, kün­dig­te die Gesellschaft dem Tischler betriebs­be­dingt.

Es blieb unge­klärt, ob das LAG Düsseldorf die Auffassung des Arbeitsgerichtes Oberhausen bestä­tigt hät­te, dass die Kündigung des Schreiners rechts­wid­rig war, weil es sich bei dem Bereich Schreinerei/Dekoration um einen Teil des Gesamtbetriebs gehan­delt hat, der von XXXL über­nom­men wer­den muss. Das Gericht ließ die­se Frage offen, da ihm die Beweislage für ihre Beantwortung nicht aus­rei­chend erschien.

In den kom­men­den Monaten wer­den wei­te­re Kündigungsschutzklagen von KollegInnen von Rück ver­han­delt, bei denen sich die Frage erneut stel­len wird. Es ist wich­tig, dass die kom­men­den Verhandlungen gro­ße Öffentlichkeit erfah­ren und von vie­len Menschen besucht wer­den, die die KollegInnen von XXXL Rück unter­stüt­zen und ihren Forderungen Nachdruck ver­lei­hen.

Betriebsrat wehrt sich gegen Behinderung sei­ner Arbeit

Es gibt noch einen wei­te­ren Vorwurf gegen XXXL Rück, der vor dem Arbeitsgericht ver­han­delt wird:

Der im Jahr 2014 gewähl­te Betriebsrat von XXXL Rück geht davon aus, dass er auf­grund des ein­heit­li­chen Betriebsübergangs bis 2018 im Amt ist. Dieser Auffassung war auch das Arbeitsgericht Oberhausen, als es mit die­ser Begründung im November 2015 einen Eilantrag im Zusammenhang mit der damals geplan­ten vor­sorg­li­chen Neuwahl des Betriebsrats ablehn­te.

Dem Betriebsrat wird jedoch sei­tens der Unternehmensleitung der Zutritt zu sei­nem Büro ver­wei­gert. Seit einem Jahr kann er dadurch nur sehr erschwert sei­ne Aufgabe wahr­neh­men, die Interessen der KollegInnen gegen­über der Geschäftsleitung zu ver­tre­ten. Dagegen hat der Betriebsrat Klage ein­ge­reicht. Ein ers­ter Termin vor dem Arbeitsgericht Oberhausen am 24. Juni die­ses Jahres ist geplatzt, da die von der Unternehmerseite gela­de­nen Zeugen nicht erschie­nen. Ein Ersatztermin war für den 19. Juli ange­setzt, wur­de dann aber von der Richterin kurz­fris­tig ver­scho­ben. Einen neu­en Termin für die Verhandlung gibt es der­zeit noch nicht.

Forderung: Baurecht am Centro nur gegen Rücknahme der Kündigungen

Das Möbelhaus im Schladviertel ist für die Bedürfnisse von XXXLutz eigent­lich zu klein, und auch die Lage mit­ten in einem Wohngebiet ist auf­grund des Verkehrsaufkommens pro­ble­ma­tisch. So will XXXL in der Nähe des Oberhausener Konsumtempels Centro ein gro­ßes Möbelhaus neu bau­en. Die Einleitung des nöti­gen vor­ha­be­nen­be­zo­ge­nen Bebauungsplanverfahrens hat der Rat der Stadt am 4. Juli 2016 beschlos­sen.

Bei der Ratssitzung empör­ten sich Mitglieder aller Fraktionen über die Unternehmenspraxis von XXXLutz. Sie unter­stütz­ten die Forderungen des Betriebsrates von Rück und von ver­di, dass die Neuansiedlung des Möbelhauses gekop­pelt wer­den muss an ver­bind­li­che Vereinbarungen im Sinne der Beschäftigten. Auch Oberbürgermeister Daniel Schranz (CDU) sicher­te den KollegInnen, von denen eini­ge als ZuschauerInnen die Ratssitzung ver­folg­ten, zu, auf die Geschäftsleitung von XXXL Rück ent­spre­chend ein­zu­wir­ken. Nach sei­ner Aussage hat es bereits Gespräche gege­ben, in denen man XXXLutz unmiss­ver­ständ­lich klar­ge­macht hat, dass es nur dann eine Unterstützung des Rates für die Baumaßnahme am Centro geben wird, wenn die auf­ge­stell­ten Forderungen erfüllt wer­den.

Die Forderungen von Betriebsrat, Beschäftigten und Gewerkschaft lau­ten:

  • sofor­ti­ge Rücknahme der Kündigung der Altbeschäftigten,
  • Einhaltung von sozia­len Standards, Tarifverträgen und deren Nachwirkung,
  • Wahrung der Rechte der Beschäftigten, u. a.
  • das sofor­ti­ge Wiedereinsetzen des 2014 in Oberhausen gewähl­ten Betriebsrates,
  • Garantieübernahme aller MitarbeiterInnen unter glei­chen Arbeitsvertragsbedingungen am Centro.

In dem am 4. Juli 2016 gefass­ten Ratsbeschluss kom­men die­se Forderungen aller­dings nicht vor. Die Bedingungen, die XXXL erfül­len muss, um auf dem ehe­ma­li­gen Stahlwerksgelände bau­en zu dür­fen, bezie­hen sich ledig­lich auf die künf­ti­ge Nutzung des Grundstücks im Schladviertel, dem der­zei­ti­gen Standort von Rück.

Verbale Empörung und unver­bind­li­che Versprechungen sind indes zu wenig. Zu Recht erwar­ten die KollegInnen von Rück von den Mitgliedern des Stadtrates Taten: Nämlich kei­ne Baugenehmigung zu ertei­len ohne eine Verpflichtung der Geschäftsführung von XXXL Rück, dass sie die Kündigungen der Altbeschäftigten zurück­nimmt und ihre arbeit­neh­mer­feind­li­che Praxis auf­gibt.

Boykottaufruf von ver­di

In die­se Richtung zielt auch der Boykott-Aufruf von ver­di an die BürgerInnen vom 15. Juli 2016: „Wir for­dern Sie auf, Ihren Einkauf bei XXXL Rück so lan­ge ein­zu­stel­len, bis XXXL Rück die Verfahren vor dem Landesarbeitsgericht zurück­zieht, bezie­hungs­wei­se die­se im Interesse der Arbeitnehmer been­det sind“, heißt es dar­in. Verdi for­dert dabei Stadtspitze und Politik auf, bei der Entscheidung über die Ansiedlung von XXXL Rück am Centro „auch das Verhalten von XXXL Rück gegen­über den ehe­ma­li­gen Beschäftigten zu berück­sich­ti­gen“.

Desinformationskampagne von XXXL Rück

Fast zeit­gleich hat XXXL Rück eine Werbekampagne gestar­tet, mit dem offen­kun­dig das ange­schla­ge­ne Image des Unternehmens wie­der auf­po­liert wer­den soll. Im Wochenanzeiger, einem Anzeigenblatt für Oberhausen, sind inzwi­schen vier Folgen einer Serie von Anzeigen erschie­nen, die geeig­net sind, die LeserInnen des Blattes hin­ters Licht zu füh­ren.

Seit dem 13. Juli 2016 erscheint in der Mittwoch-Ausgabe unten auf der letz­ten Seite des Blattes eine halb­sei­ti­ge Anzeige, die auf­grund ihrer Gestaltung den Eindruck erweckt, als ob es sich hier um einen redak­tio­nel­len Beitrag des Wochenanzeigers han­deln wür­de. Das Wort “Anzeige”, das klein links oben über dem „Artikel“ steht, ist leicht zu über­se­hen.

In der ers­ten Folge wird schein­bar der Sprecher der Geschäftsleitung, Helmuth Götz, zum geplan­ten Umzug des Unternehmens in die Nähe des Centros inter­viewt. In die­sem „Interview“ will er den LeserInnen weis­ma­chen, dass die vie­len KollegInnen von Möbel Rück lei­der ent­las­sen wer­den muss­ten: auf­grund ihrer man­gel­haf­ten Arbeitsmoral, und weil sie sich den Neuerungen ver­wei­gert hät­ten, die das Möbelhaus auf Erfolgskurs brin­gen sol­len. Die LeserInnen „erfah­ren“, dass XXXL Rück her­vor­ra­gen­den Service bie­tet, die Beschäftigten vor­bild­lich ent­lohnt und oben­drein Steuern zahlt – sogar in Oberhausen …

Die Folge 2 eine Woche dar­auf beschäf­tigt sich aus­führ­lich mit dem „ein­zig­ar­ti­gen Angebot“ von XXXL und weist dabei erneut auf die gute Bezahlung der Beschäftigten hin. Die geneig­te Leserin muss sich fra­gen, war­um eine Gewerkschaft die­ses mus­ter­gül­ti­ge Unternehmen angreift. Wer dem Boykottaufruf von ver­di folgt, scheint sich außer­dem ins eige­ne Fleisch zu schnei­den, weil er oder sie schein­bar grund­los auf das groß­ar­ti­ge Angebot des Möbelhändlers ver­zich­tet.

In Folge 3 müs­sen die KollegInnen von Rück selbst mit Bild und Namen für die Zwecke von XXXL her­hal­ten. In dem „Artikel“ wird die der­zei­ti­ge Belegschaft in den höchs­ten Tönen gelobt. Verkaufsleiter Carsten König schil­dert aus­führ­lich sei­nen beruf­li­chen Werdegang bei Rück und bewirbt die her­vor­ra­gen­den Möglichkeiten, die XXXL sei­nen Auszubildenden bie­tet. Zumindest wird der Eindruck erweckt, dass er es tut.

In Folge 4 schließ­lich fällt die Betriebsratsvorsitzende des eben­falls Anfang 2014 über­nom­me­nen Möbelhauses XXXL Kröger, Kerstin Hüttner, ihren KollegInnen aus Oberhausen, die um ihren Arbeitsplatz und um die Einhaltung gesetz­lich oder tarif­lich garan­tier­ter Standards kämp­fen, kräf­tig in den Rücken. In einem „Interview“ schil­dert sie, wie sie die Übernahme des Möbelhauses Kröger durch XXXL erlebt haben will: Alles sei bes­ser gewor­den, sowohl für die KundInnen als auch für die Beschäftigten. Wer mit der Geschäftsleitung Probleme habe, sei ein­fach nur unfä­hig, zu ver­han­deln. Von dem Verhandlungsgeschick des Essener Betriebsrates sol­len auch die KollegInnen in Oberhausen pro­fi­tie­ren. Die mit einem untaug­li­chen Betriebsrat geschla­gen sind, wie mensch zwi­schen den Zeilen lesen kann.Diese sicher nicht bil­li­gen Bemühungen von XXXLutz zei­gen, dass die Entschlossenheit des Oberhausener Betriebsrates, die nega­ti­ve Berichterstattung über XXXL (nicht nur) in der loka­len Presse und nicht zuletzt der Boykottaufruf von ver­di Wirkung zeigen.Mit bezahl­ten Scheinartikeln und Scheininterviews, deren Inhalt aus­schließ­lich von den Auftraggebern bestimmt wird und deren Wahrheitsgehalt nicht über­prüft wird, sol­len die LeserInnen des Wochenanzeigers offen­bar mani­pu­liert und ver­dummt wer­den.

Petra Stanius, Mitglied von verdi und AKUWILL, 7. August 2016

19.07.16: Unterstützt die KollegInnen von XXXL Rück!

19.07.16:
Unterstützt die KollegInnen von XXXL Rück!

Dienstag, 19. Juli 2016
11:00 Uhr (Beginn der Verhandlung: 11:30)
Arbeitsgericht Oberhausen
Friedrich-List-Straße 18
46045 Oberhausen

Liebe KollegInnen,
im Zuge der Übernahme von Rück durch die XXXLutz-Gruppe zu Beginn des Jahres 2014 wur­de allen Beschäftigten des Möbelhauses in Oberhausen gekün­digt. Dem grö­ße­ren Teil von ihnen, aus­ge­nom­men die Betriebsräte, die Schwerbehindertenvertretung, tarif­lich geschütz­te MitarbeiterInnen und Schwerbehinderte, wur­den neue Arbeitsverträge unter Vortäuschung fal­scher Tatsachen (fin­gier­te Schließung: das Möbelhaus hat­te nicht ein­mal für eine Minute geschlos­sen) zu deut­lich schlech­te­ren Bedingungen ange­bo­ten. Eingestellt wur­den sie über bereits an ande­ren Standorten ansäs­si­ge Gesellschaften.
In 2016 ent­schied das Arbeitsgericht Oberhausen, dass die Kündigungen der Altbeschäftigten unzu­läs­sig waren und ein Betriebsübergang nach BetrVG § 613 statt­ge­fun­den hat. Gegen die­ses Urteil leg­te XXXL Berufung ein. Die Verhandlungen sol­len ab August vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf statt­fin­den.
Inzwischen zeich­net sich ab, dass XXXL am Centro in Oberhausen ein gro­ßes Möbelhaus bau­en wird. Über die Einleitung des nöti­gen vor­ha­be­nen­be­zo­ge­nen Bebauungsplanverfahrens hat der Rat der Stadt am 4. Juli 2016 ent­schie­den.

Bei der Ratssitzung unter­stütz­ten alle Fraktionen die Forderung des Betriebsrates von Rück sowie der zustän­di­gen Gewerkschaft ver.di, dass die Neuansiedlung des Möbelhauses gekop­pelt wer­den muss an ver­bind­li­che Vereinbarungen im Sinne der Beschäftigten. U. a. hat der Oberbürgermeister nach Aufforderung der Parteien in ihren Plädoyers zuge­si­chert, auf die Geschäftsleitung von XXXL ent­spre­chend ein­zu­wir­ken.
Es sei­en dies­be­züg­lich schon Gespräche gelau­fen und man habe XXXLutz unmiss­ver­ständ­lich klar­ge­macht, dass es nur dann eine Unterstützung des Rates für die Baumaßnahme am Centro geben wer­de, wenn die auf­ge­stell­ten Forderungen umge­setzt wür­den.

Die Forderungen der Parteien, der Gewerkschaft, der MitarbeiterInnen und des Betriebsrates lau­ten:
• sofor­ti­ge Rücknahme der Kündigung der Altbeschäftigten,
• Einhaltung von sozia­len Standards, Tarifverträgen und deren Nachwirkung,
• Wahrung der Rechte der Beschäftigten, u. a.
• das sofor­ti­ge Wiedereinsetzen des 2014 in Oberhausen gewähl­ten Betriebsrates,
• Garantieübernahme aller MitarbeiterInnen unter glei­chen Arbeitsvertragsbedingungen am Centro.
Wir neh­men Oberbürgermeister Daniel Schranz (CDU) und die Ratsmitglieder ins­be­son­de­re der Ampelkoalition (SPD/Grüne/FDP) beim Wort, eine Ansiedlung von Rück am Centro ohne die Erfüllung der oben genann­ten Forderungen nicht zuzu­las­sen.
Wir erwar­ten also von den Verantwortlichen der Stadt Oberhausen, dass sie auf dem Abschluss ent­spre­chen­der Betriebsvereinbarungen bestehen.
Am Dienstag, 19. Juli 2016 um 11:30 Uhr wird vor dem Arbeitsgericht Oberhausen dar­über ver­han­delt, ob der gewähl­te und eben­falls ent­las­se­ne Betriebsrat des Möbelhauses Rück wei­ter­hin im Amt ist.
Dies ist eine Gelegenheit, die Geschäftsleitung von XXXL auf­zu­for­dern, die Kündigung aller Altbeschäftigten zurück­zu­neh­men.
Und an die Gewerkschaft ver.di her­an­zu­tre­ten, um die erfor­der­li­chen Betriebsvereinbarungen abzu­schlie­ßen.
Wenn Ihr die Möglichkeit habt, bit­ten wir Euch, die Verhandlung zu besu­chen und die KollegInnen von Rück zu unter­stüt­zen.

Aktionskreis gegen Unternehmerwillkür
(AKUWILL)

 

Die Doppelstrategie von XXXLutz – höchste Zeit für Gegenwehr

Dokumentation des Artikels von Workwatch vom 27.4.2016

Die Doppelstrategie von XXXLutz – höchste Zeit für Gegenwehr

Geschrieben am 27. April 2016

Die XXXLutz-Unternehmensgruppe ist nach eige­ner Darstellung einer der größ­ten Möbelhändler der Welt. Sein Jahresumsatz liegt bei 4 Milliarden Euro, 20.000 Beschäftigte erar­bei­ten ihn in 200 Filialen mit ein­heit­li­cher Ausrichtung und unter ein­heit­li­chem Kommando.

In Deutschland rollt der Konzern durch Aufkäufe exis­tie­ren­der Möbelhäuser die Branche auf. Begleitet von Skandalen um Massenentlassungen und Teilstilllegungen in München, Mannheim, Oberhausen und jetzt auch – ange­droht – in Aachen.

Der Konzern han­delt dabei nach einer ein­heit­li­chen Strategie, ver­mei­det aller­dings die Rechtsform eines Konzerns. Die bei­den Inhaber, Andreas und Richard Seifert, der Deutschlandchef Alois Kobler und eine Handvoll wei­te­rer füh­ren­der Manager lei­ten die Geschäfte mit­hil­fe Hunderter Einzelgesellschaften.

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Union-Buster Stölting Care Gelsenkirchen erneut vor Arbeitsgericht unterlegen

Union-Buster Stölting Care Gelsenkirchen
erneut vor Arbeitsgericht unterlegen

IG BAU gewinnt Klage gegen Hausverbot

erneut gewann die IG BAU ein Verfahren gegen Stölting Care vor dem Arbeitsgericht Gelsenkirchen, dies­mal gegen ein aus­ge­spro­chens Hausverbot gegen Gewerkschaftssekretäre und “wei­te­re” ver­tre­ter der IG BAU.

Zum Artikel bei der IG BAU

Stölting Care Gelsenkirchen, Arbeitsgericht verbietet Austrittsprämie

Stölting Care Gelsenkirchen

Arbeitsgericht verbietet Austrittsprämie

Aktion vor dem Verhandlungstermin am 9.3.2016, Foto: Peter Köster

Aktion vor dem Verhandlungstermin am 9.3.2016, Foto: Peter Köster

 

Das Arbeitsgericht Gelsenkirchen hat am 9.3.2016 in einem Eilverfahren zuguns­ten der IG BAU ent­schie­den, dass Unternehmen ihren MitarbeiterInnen kei­ne Prämien dafür anbie­ten dür­fen, dass sie aus der Gewerkschaft aus­tre­ten. Die Stölting Care & Service GmbH hat­te ihren Beschäftigten 50 Euro ver­spro­chen, falls sie die Mitgliedschaft in der IG BAU kün­di­gen.

Dazu wur­de den MitarbeiterInnen eine vor­for­mu­lier­te Austrittserklärung über­reicht. Die Richter spra­chen von einem “mas­si­ven  Verstoß gegen das Grundrecht auf Koalitionsfreiheit”.

Im Verhandlungssaal, Foto: Peter Köster

Im Verhandlungssaal, Foto: Peter Köster

Selten hat es im Gelsenkirchener Arbeitsgericht einen so vol­len Saal bei einer Verhandlung  gege­ben. Viele Kolleginnen und Kollegen pro­tes­tier­ten vor dem Arbeitsgericht gegen die Praktiken ihres Arbeitgebers - und beglei­te­ten die Verhandlung. Es gab Applaus als Richterin Ulrike Groeger der IG BAU in allen Punkten recht gab.

 

Freitag, der 13.: Aktionen gegen BR-Mobbing und Lohndumping in Mülheim

Freitag, der 13.: Mülheim /Ruhr
Aktionen gegen BR-Mobbing und Lohndumping
aktion./.arbeitsunrecht rief für Freitag, den 13. November 2015 bundesweit zu Protest-Aktionen vor Filialen des Textil-Discounters KiK auf unter dem Motto:

 Gegen die Maßregelung von Streikenden, Schluss mit der Zermürbung von Betriebsratsmitgliedern, Gegen Hungerlöhne in Deutschland und Asien, Für Meinungsfreiheit in der Arbeitswelt, Für Tarifverträge, Für fai­re und siche­re Arbeitsplätze

Kundgebung am 13.11.2015 in Muelheim/Ruhr

Kundgebung am 13.11.2015 in Muelheim/Ruhr

Es gab in Mülheim eine Kundgebung von strei­ken­den KollegInnen vom KiK-Zentrallager in Bönen vor der Tengelmann Hauptverwaltung an der Wisollstraße und danach eine kur­ze Demo zu einer nahe gele­ge­nen KiK-Filliale. Dort fand eben­falls eine Kundgebung statt. Insgesamt waren ca. 70-80 TeilnehmerInnen vor Ort, ein grö­ße­rer Teil kam aus Bönen.

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Freitag, der 13.: Aktionen gegen BR-Mobbing und Lohndumping in Oberhausen

Freitag, der 13.: Oberhausen
Aktionen gegen BR-Mobbing und Lohndumping

Schwarzer Freitag bei KiK in Sterkrade

Protestaktion in Oberhausen Sterkrade vor der KiK Filliale am 13.11.2015

Protestaktion in Oberhausen Sterkrade vor der KiK Filliale am 13.11.2015

 Auch in Oberhausen hat sich eine Gruppe von ver.di-Mitgliedern, dem Aktionskreis AKUWILL und Verbündeten am 13. November zu einer Aktion zusam­men­ge­fun­den, zu der ver.di auf­ge­ru­fen hat­te. Unser Ziel war die KiK-Filiale in Sterkrade.
Einige Kollegen haben sogar in der­sel­ben beim Filialleiter und den KiK-KollegInnen die Proteste zum „Schwarzen Freitag” und ihren Hintergrund bekannt gemacht. Vielleicht haben sogar eini­ge KollegInnen erst­mals durch die dort auch ver­teil­ten Flugblätter vom BR-Mobbing in ihrer Firma erfah­ren.
Viele BesucherInnen des Einkaufzentrums am „Sterkrader Tor“ waren inter­es­siert an unse­rem Protest und auch empört über die Behandlung des KiK-Personals.
Nach einer Stunde waren sämt­li­che Flugblätter an die vor­bei­kom­men­den Menschen ver­teilt.

zum Aufruf von aktion./.arbeitsunrecht

Protestaktion von Akuwill am 12.11.2015 in Essen vor dem Sheraton Hotel

Protestaktion von Akuwill am 12.11.2015 vor dem Sheraton Hotel in Essen gegen ein Seminar mit Jan Tibor Lelley

Protestaktion von Akuwill am 12.11.2015 vor dem Sheraton Hotel in Essen gegen ein Seminar mit Jan Tibor Lelley

Eigentlich ist ja Freitag, der 13. der Aktionstag gegen Unrechtsanwälte und BR-Mobber.

In Essen schlug es dies­mal aber schon am 12. November 13:
Der „Rechtsanwalt“ Jan Tibor Lelley hielt an die­sem Donnerstag im Sheraton einen Vortrag zum Thema „Arbeitnehmerdatenschutz“ – bzw. zu dem, was er aus die­sem Thema gemacht hat. Seine Wortwahl ist weni­ger plump als die von bekann­te­ren Mobbing-Anwälten wie Helmut Naujoks oder Dirk Schreiner.

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Pressemitteilung von Akuwill zur Protestaktion am 12.11.2015 vor dem Sheraton Hotel in Essen

Akuwill-Protestaktion-Essen-12-11-2015

Protestaktion von Akuwill am 12.11.2015 vor dem Sheraton Hotel in Essen gegen ein Seminar mit Jan Tibor Lelley

Pressemitteilung von Akuwill zur Protestaktion am 12.11.2015
vor dem Sheraton Hotel in Essen

Betriebsrätemobbing nimmt zu!

Die Dunkelziffer ist nach Auffassung des Aktionskreis gegen Unternehmerwillkür, kurz AKUWILL, der sich vor gut einem Jahr gebil­det hat, höher als das, was in der Öffentlichkeit bekannt wird. Dabei ist das bereits bekannt gewor­de­ne schlimm genug sich dage­gen zu weh­ren. Betroffene Betriebsräte, akti­ve Gewerkschafter und Bürger aus den drei MEO-Städten haben am Donnerstag, den 12.11.15 vor dem Essener Sheraton-Hotel demons­triert.

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