Flashmob bei XXXL Rück in Oberhausen

Pressemitteilung von Akuwill und work-watch zum Flashmob am 3.12.2016 bei XXXL Rück in Oberhausen

Oberhausen, 3. Dezember 2016
Aktionskreis gegen Unternehmerwillkür (AKUWILL), Postfach 10 01 25, 46001 Oberhausen, info@akuwill.de
work-watch e. V., Thebäerstr. 26, 50825 Köln, info@work-watch.de

 


Flashmob bei XXXL Rück in Oberhausen

Mehr als ein Dutzend gewerk­schaft­li­che AktivistInnen und soli­da­ri­sche Betriebsräte, unter ande­rem von Bauhaus, demons­trier­ten am Samstag im Möbelhaus XXXL Rück in Oberhausen. Mit Parolen wie „Betriebsratsfresser XXXL“ und „XXXLNICHT mein Möbelhaus“ began­nen sie ihren Protest in der Cafeteria und zogen anschlie­ßend durch ver­schie­de­ne Abteilungen des Möbelhauses, ver­teil­ten Flugblätter und hiel­ten Plakate in die Luft. 2016-12-03 flashmob xxxl-rueck Foto:Privat

Damit haben sie die Kundschaft erneut auf die Machenschaften von XXXL auf­merk­sam gemacht:

XXXL packt ein­fach alle Beschäftigten einer über­nom­me­nen Filiale in ver­schie­de­ne neu gegrün­de­te Gesellschaften. Servicegesellschaften hei­ßen sie. Diese Gesellschaften erle­di­gen alle anfal­len­den Arbeiten wie Verkauf, Betrieb des Restaurants, Lager oder Kundendienste. Die Servicegesellschaften haben kein eige­nes Vermögen, aus dem z.B. die Löhne und Gehälter zah­len könn­ten. Sie haben nur Arbeitskräfte.

Das Geld bekom­men die Servicegesellschaften monat­lich von den soge­nann­ten Betreibergesellschaften. Das ist die ande­re Sorte von Gesellschaften in den XXXL-Filialen. Sie besit­zen Kapital und Vermögen und zah­len damit die Dienste der Servicegesellschaften. Verbunden sind Betreiber- und Servicegesellschaften durch soge­nann­te Dienstleistungsverträge. Die haben eine 14-tägi­ge Kündigungsfrist.

Kündigt nun die Betreibergesellschaft einer Servicegesellschaft den Dienstleistungsvertrag, ist die Servicegesellschaft am Ende der zwei­wö­chi­gen Kündigungsfrist plei­te, mel­det Konkurs an und schmeißt ihre Beschäftigten auf die Straße.

Den Gekündigten bie­tet jetzt eine neue Servicegesellschaft von XXXL neue Arbeitsverträge an. Zu schlech­te­ren Bedingungen. Wollen die Beschäftigten nicht arbeits­los wer­den, müs­sen sie die­ses schlech­te­re Angebot anneh­men. Bis auf die, die kein neu­es Beschäftigungsangebot erhal­ten haben. Die gucken kom­plett in die Röhre. Auffällig oft sind das gut bezahl­te Beschäftigte mit lan­gen Kündigungsfristen und akti­ve GewerkschafterInnen.

Bei der Übernahme von Rück-Oberhausen hat XXXL auf die­se Weise den gesam­ten Betriebsrat vor die Tür gesetzt und über 60 MitarbeiterInnen gekün­digt. Obwohl bis­her alle Beschäftigten ihre Kündigungsschutzprozesse gewon­nen haben, wei­gert sich XXXL, sie wie­der ein­zu­stel­len.

Der Geschäftsführung hat die Aktion natür­lich nicht gefal­len: Nach fünf Minuten fing einer der Führungskräfte an, den Protest mit sei­nem Smartphone abzu­fil­men und for­der­te die Beteiligten auf, das Haus zu ver­las­sen. Er wies ihnen jedoch nicht den Weg zur Tür. So konn­ten die Protestierenden nur über Umwege Richtung Ausgang lau­fen, weil sie sich im Haus nicht aus­kann­ten. Dabei skan­dier­ten sie wei­ter Parolen. Mehrere KundInnen kamen auf sie zu, um ein Flugblatt zu ergat­tern und eini­ge zeig­ten mit erho­be­nem Daumen ihre Sympathie für die Aktion. „Die trau­en sich was!“, bemerk­te einer der Kunden. Nachdem die Security anfing hand­greif­lich zu wer­den und die Protestierenden her­um­zu­schub­sen, ver­lie­ßen sie schließ­lich über den Kassenbereich das Gebäude.

In Oberhausen, und mitt­ler­wei­le auch bun­des­weit, ist der betrieb­li­che Konflikt bei XXXL immer wie­der Thema, zuletzt in der Sendung Frontal21 (https://www.zdf.de/politik/frontal-21/die-tricks-der-moebelkette-xxxlutz-102.html).

Der Flashmob in Oberhausen wird nicht die letz­te Aktion gewe­sen sein“, so einer der Aktivisten.

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