Veranstaltung Mobbing von Betriebsräten und engagierten Beschäftigten

Mobbing von Betriebsräten und   

BR-Mobbing Veranstaltung 20.4.2017 in Oberhausen

Das Veranstaltungsflugblatt zum Download

engagierten Beschäftigten

Wie können wir uns dagegen wehren?

Hintergründe, Erfahrungsberichte
und anschließende Diskussion
mit Gerhard Klas, Cordula Becker und Helmut Schmitt

Am 20. April 2017 um 18:00 Uhr
Fabrik K14, Lothringer Straße 64, 46045 Oberhausen

Nicht nur in Oberhausen macht der Möbelkonzern XXXL seit eini­ger Zeit nega­ti­ve Schlagzeilen. Mit sei­nen Methoden, „zu teu­re“ oder „reni­ten­te“ Beschäftigte und Betriebsräte los zu wer­den, nutzt XXXL rück­sichts­los und unter Umgehung gesetz­li­cher und tarif­li­cher Vorschriften sei­ne Machtposition aus.

Ein Einzelfall ist das nicht. Vielmehr grei­fen immer mehr Unternehmen jeg­li­cher Art und Größe auf sol­che Methoden zurück. Seit etwa fünf­zehn Jahren brei­tet sich die sys­te­ma­ti­sche Bekämpfung von Betriebsräten und enga­gier­ten Gewerkschafter/innen auch in Deutschland zuneh­mend aus. Unterstützung garan­tiert ihnen ein Netzwerk aus Denkfabriken, Anwaltskanzleien, Unternehmensberatungen und Detekteien.

Wie kön­nen wir uns gegen frag­wür­di­ge Abmahnungen, halt­lo­se Kündigungen, Bossing und Mobbing zur Wehr set­zen?

Gerhard Klas von Work-Watch (Köln) stellt die von Günter Wallraff mit­ge­grün­de­te Organisation vor, umreißt die Problematik „Union Busting“ und ver­mit­telt Erfahrungen aus kon­kre­ten Fällen. Cordula Becker, Ex-Betriebsrätin von Ikea und Helmut Schmitt, Betriebsrat von Nora Systems, bei­de Mitglied im Mannheimer Komitee „Solidarität gegen Betriebsratsmobbing“, berich­ten aus eige­ner Erfahrung und stel­len ihre Solidaritätsarbeit vor.

Wir freu­en uns auf die­sen Abend und laden Sie / Dich herz­lich zur Teilnahme ein!

Eine Veranstaltung des Rosa-Luxemburg Club Oberhausen in Kooperation mit (Stand 28.03.2017):

Akuwill, IG BAU MEO, Arbeit und Leben Oberhausen und NGG Region Ruhrgebiet

 

Flashmob bei XXXL Rück in Oberhausen

Pressemitteilung von Akuwill und work-watch zum Flashmob am 3.12.2016 bei XXXL Rück in Oberhausen

Oberhausen, 3. Dezember 2016
Aktionskreis gegen Unternehmerwillkür (AKUWILL), Postfach 10 01 25, 46001 Oberhausen, info@akuwill.de
work-watch e. V., Thebäerstr. 26, 50825 Köln, info@work-watch.de

 


Flashmob bei XXXL Rück in Oberhausen

Mehr als ein Dutzend gewerk­schaft­li­che AktivistInnen und soli­da­ri­sche Betriebsräte, unter ande­rem von Bauhaus, demons­trier­ten am Samstag im Möbelhaus XXXL Rück in Oberhausen. Mit Parolen wie „Betriebsratsfresser XXXL“ und „XXXLNICHT mein Möbelhaus“ began­nen sie ihren Protest in der Cafeteria und zogen anschlie­ßend durch ver­schie­de­ne Abteilungen des Möbelhauses, ver­teil­ten Flugblätter und hiel­ten Plakate in die Luft. 2016-12-03 flashmob xxxl-rueck Foto:Privat

Damit haben sie die Kundschaft erneut auf die Machenschaften von XXXL auf­merk­sam gemacht:

XXXL packt ein­fach alle Beschäftigten einer über­nom­me­nen Filiale in ver­schie­de­ne neu gegrün­de­te Gesellschaften. Servicegesellschaften hei­ßen sie. Diese Gesellschaften erle­di­gen alle anfal­len­den Arbeiten wie Verkauf, Betrieb des Restaurants, Lager oder Kundendienste. Die Servicegesellschaften haben kein eige­nes Vermögen, aus dem z.B. die Löhne und Gehälter zah­len könn­ten. Sie haben nur Arbeitskräfte.

Das Geld bekom­men die Servicegesellschaften monat­lich von den soge­nann­ten Betreibergesellschaften. Das ist die ande­re Sorte von Gesellschaften in den XXXL-Filialen. Sie besit­zen Kapital und Vermögen und zah­len damit die Dienste der Servicegesellschaften. Verbunden sind Betreiber- und Servicegesellschaften durch soge­nann­te Dienstleistungsverträge. Die haben eine 14-tägi­ge Kündigungsfrist.

Kündigt nun die Betreibergesellschaft einer Servicegesellschaft den Dienstleistungsvertrag, ist die Servicegesellschaft am Ende der zwei­wö­chi­gen Kündigungsfrist plei­te, mel­det Konkurs an und schmeißt ihre Beschäftigten auf die Straße.

Den Gekündigten bie­tet jetzt eine neue Servicegesellschaft von XXXL neue Arbeitsverträge an. Zu schlech­te­ren Bedingungen. Wollen die Beschäftigten nicht arbeits­los wer­den, müs­sen sie die­ses schlech­te­re Angebot anneh­men. Bis auf die, die kein neu­es Beschäftigungsangebot erhal­ten haben. Die gucken kom­plett in die Röhre. Auffällig oft sind das gut bezahl­te Beschäftigte mit lan­gen Kündigungsfristen und akti­ve GewerkschafterInnen.

Bei der Übernahme von Rück-Oberhausen hat XXXL auf die­se Weise den gesam­ten Betriebsrat vor die Tür gesetzt und über 60 MitarbeiterInnen gekün­digt. Obwohl bis­her alle Beschäftigten ihre Kündigungsschutzprozesse gewon­nen haben, wei­gert sich XXXL, sie wie­der ein­zu­stel­len.

Der Geschäftsführung hat die Aktion natür­lich nicht gefal­len: Nach fünf Minuten fing einer der Führungskräfte an, den Protest mit sei­nem Smartphone abzu­fil­men und for­der­te die Beteiligten auf, das Haus zu ver­las­sen. Er wies ihnen jedoch nicht den Weg zur Tür. So konn­ten die Protestierenden nur über Umwege Richtung Ausgang lau­fen, weil sie sich im Haus nicht aus­kann­ten. Dabei skan­dier­ten sie wei­ter Parolen. Mehrere KundInnen kamen auf sie zu, um ein Flugblatt zu ergat­tern und eini­ge zeig­ten mit erho­be­nem Daumen ihre Sympathie für die Aktion. „Die trau­en sich was!“, bemerk­te einer der Kunden. Nachdem die Security anfing hand­greif­lich zu wer­den und die Protestierenden her­um­zu­schub­sen, ver­lie­ßen sie schließ­lich über den Kassenbereich das Gebäude.

In Oberhausen, und mitt­ler­wei­le auch bun­des­weit, ist der betrieb­li­che Konflikt bei XXXL immer wie­der Thema, zuletzt in der Sendung Frontal21 (https://www.zdf.de/politik/frontal-21/die-tricks-der-moebelkette-xxxlutz-102.html).

Der Flashmob in Oberhausen wird nicht die letz­te Aktion gewe­sen sein“, so einer der Aktivisten.

XXXL Rück: Einzelhandel ohne Personal?

XXXL Rück:
Einzelhandel ohne Personal?

Durch die Übernahme der Möbelstadt Rück durch die XXXLutz-Gruppe verloren bis Oktober 2015 von ursprünglich 330 Beschäftigten 140 ihren Arbeitsplatz. Viele der KollegInnen haben sich gegen ihre Kündigung gewehrt, und die meisten bekamen vom Arbeitsgericht Oberhausen Recht. Da das Unternehmen gegen die Urteile Berufung einlegte, werden die Kündigungsschutzklagen seit Anfang August vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf verhandelt. Das Unternehmenskonstrukt von XXXL spielt in den Verfahren eine zentrale Rolle.

Die Möbelstadt Rück gehört seit Anfang 2014 zur stark expan­die­ren­den öster­rei­chi­schen XXXLutz-Gruppe. Die Unternehmensgruppe ist fak­tisch ein Konzern, tut aber alles, um die­se Rechtsform und die damit ver­bun­de­nen Rechtsfolgen, wie z. B. die Konzernhaftung, zu ver­mei­den. Sie über­nimmt bestehen­de Möbelhäuser und spal­tet die nach außen wei­ter­hin ein­heit­li­chen Betriebe in min­des­tens fünf Gesellschaften auf, um aus der Tarifbindung aus­zu­bre­chen und Lohndumping zu betrei­ben.

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Solidarität mit den KollegInnen von XXXL Rück in Oberhausen

Solidarität mit den KollegInnen von XXXL Rück in Oberhausen

Für Montag den 19. September 2016  ist die Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Oberhausen ange­setzt, die schon zwei­mal ver­scho­ben wur­de.
Es geht dar­um, ob der gewähl­te und eben­falls ent­las­se­ne Betriebsrat des Möbelhauses Rück wei­ter­hin im Amt ist.
E

Der neue Termin:

Montag, 19. September 2016
Beginn der Verhandlung: 10:30
Arbeitsgericht Oberhausen
Friedrich-List-Straße 18
46045 Oberhausen

Berufungsverfahren Kündigung XXXL Rück beim Landesarbeitsgericht in Düsseldorf

Solidarität mit den KollegInnen von XXXL Rück!

Die nächsten Berufungsverfahren finden statt:

Donnerstag, 1. September 2016
12:00 Uhr (= Beginn der Verhandlung)
Landesarbeitsgericht Düsseldorf
Ludwig-Erhard-Allee 21
40227 Düsseldorf
(Nähe Düsseldorf Hbf, Ausgang Ost/Oberbilk)

 

XXXL-RÜCK gewonnenes Verfahren beim Landesarbeitsgericht

XXXL-RÜCK gewonnenes Verfahren beim Landesarbeitsgericht

 

Am 30.8. fand eines von etlichen Berufungsverfahren vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf statt.

Der klagende Kollege hat das Verfahren gewonnen und ist nicht gekündigt.

weiteres siehe Artikel in der WAZ Oberhausen.

 

Zensur eines kritischen Beitrags zu XXXL Rück: Offener Brief an Lokalkompass (u. a. Wochenanzeiger Oberhausen)

Zensur eines kritischen Beitrags zu XXXL Rück:
Offener Brief an Lokalkompass (u. a. Wochenanzeiger Oberhausen)

 

Sehr geehr­tes Team von lokalkompass.de,

in mei­nem Artikel „Desinformationskampagne im Wochenanzeiger Oberhausen“ vom 07.08.2016 haben Sie eini­ge Passagen gelöscht und an den jewei­li­gen Stellen die Bemerkung „Von der Moderation wegen fal­scher Tatsachenbehauptung edi­tier­ter Bereich.“ hin­ter­las­sen.

Dies bedeu­tet fak­tisch, dass Sie mei­nen Artikel zen­siert haben und mich zusätz­lich öffent­lich der Lüge bezich­ti­gen.

In Ihrer Email vom 09.08.2016 schrie­ben Sie mir:

Guten Tag,
lei­der muss­ten wir Ihren oben genann­ten Beitrag (http://www.lokalkompass.de/oberhausen/politik/xxxl-rueck-desinformationskampagne-im-wochenanzeiger-oberhausen-d684068.html) nach­träg­lich edi­tie­ren, da er nicht nach­voll­zieh­ba­re Tatsachenbehauptungen ent­hält, die sich zur Schädigung des im Text kri­ti­sier­ten Unternehmens eig­nen. Bitte ach­ten Sie in Zukunft bei Ihrer Berichterstattung dar­auf, auf Unterstellungen zu ver­zich­ten, und sich statt­des­sen an Fakten zu hal­ten. Danke für Ihr Verständnis und
Mit freund­li­chen Grüßen
Ihr Team von lokalkompass.de“

Nein, ich habe kein Verständnis für Ihre Maßnahme. Denn die von Ihnen ent­fern­ten Aussagen las­sen sich sehr wohl durch Fakten bele­gen:

Gelöschter Teil Nr. 1:

Zum Konzept von XXXL gehört es, gesetz­li­che und tarif­li­che Regelungen zu unter­lau­fen und die Expansion des Unternehmens auf Kosten der Beschäftigten vor­an­zu­trei­ben. XXXL Rück will nun mit einer Desinformationskampagne im Wochenanzeiger sein ram­po­nier­tes Image auf­po­lie­ren.

Mein Beitrag schä­digt XXXL Rück bzw. die XXXLutz-Gruppe nicht, son­dern er benennt ledig­lich die Rufschädigung, die das Unternehmen sich selbst durch sei­ne Unternehmenspolitik zufügt.

Dafür gibt es zahl­rei­che Belege:

  • In der loka­len Presse, die über das rück­sichts­lo­se Vorgehen von XXXL in Oberhausen und anders­wo berich­tet, z. B. http://shortlinks.de/556y,
  • auf Websites von ver­di, z. B. der Aufruf von ver­di Mülheim-Oberhausen zum Boykott von XXXL Rück http://shortlinks.de/855s
  • und auf den Websites von Organisationen, die über frag­wür­di­ge Praktiken von Unternehmen wie der XXXLutz-Gruppe infor­mie­ren. Aus die­sem Beitrag von Work Watch z. B. geht her­vor, dass es zum Expansionskonzept von XXXL gehört, auf Kosten der Beschäftigten gesetz­li­che und tarif­li­che Regelungen zu unter­lau­fen: http://shortlinks.de/56iz.
  • Dieser Artikel, der zuerst im Neuen Deutschland erschie­nen ist, macht eben­falls deut­lich, dass man die XXXL-Gruppe mit Recht als „Möbelgangster“ bezeich­nen kann: http://shortlinks.de/mu4i.
  • Immer eine gute Adresse für Informationen aus der Arbeitswelt ist das LabourNet. Das Dossier zu XXXL: http://www.labournet.de/?p=101247.

Dies ist nur eine klei­ne Auswahl der vie­len Beispiele, die sich pro­blem­los im Internet fin­den las­sen.

Dass XXXL Rück ange­sichts der vie­len Negativschlagzeilen mit­tels einer Kampagne sein schlech­tes Image auf­bes­sern will, ist nahe­lie­gend. Schließlich will XXXL Möbel ver­kau­fen und lei­det dar­un­ter, wenn die Kundschaft mit den Füßen abstimmt. Es fällt auf, dass XXXL Rück mit jeder die­ser in mei­nem Beitrag behan­del­ten Anzeigen ver­sucht, der begrün­de­ten öffent­li­chen Kritik (sie­he die genann­ten Artikel oben) eine extrem geschön­te Darstellung des Unternehmens ent­ge­gen zu set­zen. Dies ist eine Form von Desinformation.

Gelöschter Teil Nr. 2:

Fast zeit­gleich hat XXXL Rück im Wochenanzeiger Oberhausen eine Werbekampagne gestar­tet, mit dem offen­kun­dig das ange­schla­ge­ne Image des Unternehmens wie­der auf­po­liert wer­den soll. Mittlerweile sind vier Folgen einer Serie von Anzeigen erschie­nen, die geeig­net sind, die LeserInnen hin­ters Licht zu füh­ren.
Seit dem 13. Juli 2016 erscheint in der Mittwoch-Ausgabe unten auf der letz­ten Seite des Blattes eine halb­sei­ti­ge Anzeige, die auf­grund ihrer Gestaltung den Eindruck erweckt, als ob es sich hier um einen redak­tio­nel­len Beitrag des Wochenanzeigers han­deln wür­de. Das Wort “Anzeige”, das klein links oben über dem „Artikel“ steht, ist leicht zu über­se­hen
.

Zum Image des Unternehmens: sie­he oben.

Dass der zwei­te Absatz der Wahrheit ent­spricht, wis­sen alle, die den Wochenanzeiger Oberhausen im frag­li­chen Zeitraum gele­sen haben. Ich besit­ze alle Folgen die­ser Kampagne und kann sie bei Bedarf ger­ne vor­le­gen, um mei­ne Aussagen zu bele­gen.

Dass die Anzeigen auf­grund von Aufmachung und Inhalt geeig­net sind, die LeserInnen hin­ters Licht zu füh­ren, ist eben­falls ein Fakt. Ich bin bei­lei­be nicht die ein­zi­ge, die dar­auf her­ein­ge­fal­len ist und zunächst geglaubt hat, dass der Wochenanzeiger tat­säch­lich Herrn Götz inter­viewt hat. Und was den Wahrheitsgehalt der schein­bar redak­tio­nel­len Beiträge zur „Mitarbeiterzufriedenheit“, zu den Arbeitsbedingungen bei XXXL und zu den Entlassungen in Oberhausen angeht: sie­he oben.

Gelöschter Teil Nr. 3:

In die­sem „Interview“ will er [der Sprecher der Geschäftsleitung Helmuth Götz] den LeserInnen weis­ma­chen, dass die vie­len KollegInnen von Möbel Rück lei­der ent­las­sen wer­den muss­ten: auf­grund ihrer man­gel­haf­ten Arbeitsmoral, und weil sie sich den Neuerungen ver­wei­gert hät­ten, die das Möbelhaus auf Erfolgskurs brin­gen sol­len.

Der Text bezieht sich auf die ers­te Folge der Kampagne von XXXL Rück, in der Herr Götz schein­bar inter­viewt wird. Dass vie­le KollegInnen von Möbel Rück ent­las­sen wer­den muss­ten, weil sie sich not­wen­di­gen Neuerungen ver­wei­gert hät­ten und damit dem Erfolgskurs des Unternehmens im Wege gestan­den haben sol­len, steht aus­drück­lich in die­ser Anzeige. Dass die neu ein­ge­stell­ten MitarbeiterInnen im Gegensatz zu den ent­las­se­nen KollegInnen die Service- und Kundenorientierung voll mit­tra­gen wür­den und sehr moti­viert wären, steht eben­falls dar­in.

Wo bit­te soll hier eine „fal­sche Tatsachenbehauptung“ sein, wenn nur der Inhalt einer der Anzeigen wie­der­ge­ge­ben wird?

Dass Herr Götz den LeserInnen weis­macht, war­um die KollegInnen ent­las­sen wur­den, ent­spricht den Tatsachen. Und nicht, dass er es ihnen ver­mit­telt, wie Sie es mich nach dem Eingriff in mei­nen Artikel behaup­ten las­sen. Fragen Sie doch ein­mal bei ver­di nach. Dort wer­den Sie u. a. erfah­ren, dass das Arbeitsgericht Oberhausen den Großteil der Kündigungen für unwirk­sam erklärt hat.

Gelöschter Teil Nr. 4:

Mit bezahl­ten Scheinartikeln und Scheininterviews, deren Inhalt aus­schließ­lich von den Auftraggebern bestimmt wird und deren Wahrheitsgehalt nicht über­prüft wird, sol­len die LeserInnen des Wochenanzeigers offen­bar mani­pu­liert und ver­dummt wer­den.

Viele OberhausenerInnen kau­fen schon län­ger nicht mehr bei Rück ein bzw. fol­gen dem Boykottaufruf der Gewerkschaft ver­di. Da das Unternehmen offen­bar nicht mit Fakten – z. B. mit der Wiedereinstellung der Altbeschäftigten – sein Image ver­bes­sern möch­te, schal­tet die Geschäftsleitung statt­des­sen Werbeanzeigen mit für sie nütz­li­chem Inhalt. Was ist dar­an nicht nach­voll­zieh­bar oder unzu­tref­fend?

Und wol­len Sie behaup­ten, dass der Inhalt der Anzeigen vor dem Abdruck auf ihren Wahrheitsgehalt über­prüft wur­de?

Was kann das Ziel der Anzeigenserie sein, außer, KundInnen mit die­ser Manipulation (wie­der zurück) zu gewin­nen? Und was ist es ande­res als Verdummung, wenn LeserInnen, die es eigent­lich bes­ser wis­sen (kön­nen), von XXXL mit schö­nen Worten ein­ge­lullt wer­den?

 

Auf wel­che Weise haben Sie denn den Wahrheitsgehalt mei­nes Textes über­prüft, bevor Sie Teile dar­aus gelöscht haben? Alles, was ich oben aus­ge­führt habe, sind öffent­lich zugäng­li­che Informationen, die auch Sie sich hät­ten beschaf­fen kön­nen.

Oder anders gefragt:

Auf der Grundlage von wel­cher Definition von „Wahrheit“ und von „Tatsachen“ haben Sie mei­nen Beitrag „edi­tiert“? XXXL hat inzwi­schen fünf halb­sei­ti­ge Anzeigen hin­ter­ein­an­der im Wochenanzeiger Oberhausen geschal­tet und ist damit für Sie ein wich­ti­ger Anzeigenkunde. War dies der Grund bzw. der Auslöser für Ihre Einflussnahme? Und ist „Wahrheit“ für Sie das, was der geschrie­ben sehen will, der zahlt?

Ihre Begründung für die Veränderung mei­nes Textes samt der Unterstellung, ich wür­de die Unwahrheit sagen, ist jeden­falls mit den obi­gen Ausführungen hin­fäl­lig. Ich gehe daher davon aus, dass Sie mei­nen ursprüng­li­chen Beitrag wie­der her­stel­len, wie Sie Ihn am Ende die­ses Schreibens noch ein­mal fin­den.

Gerne kann ich die Belege für die von Ihnen monier­ten Aussagen als Fußnoten ein­fü­gen.

Auch fin­de ich eine Entschuldigung Ihrerseits ange­bracht.
Mit freund­li­chen Grüßen

Petra Stanius, 11.08.2016

 

Der ursprüng­li­che Artikel auf www.lokalkompass.de (zen­sier­te Passagen in rot)

XXXL Rück: Desinformationskampagne im Wochenanzeiger Oberhausen

Nicht nur in der Oberhausener Presse sind immer wie­der Beiträge zu lesen, in denen die frag­wür­di­ge Unternehmenspraxis der XXXLutz-Gruppe the­ma­ti­siert wird. Zum Konzept von XXXL gehört es, gesetz­li­che und tarif­li­che Regelungen zu unter­lau­fen und die Expansion des Unternehmens auf Kosten der Beschäftigten vor­an­zu­trei­ben. XXXL Rück will nun mit einer Desinformationskampagne im Wochenanzeiger sein ram­po­nier­tes Image auf­po­lie­ren.

Am 15. Juli 2016 hat die Gewerkschaft ver­di die BürgerInnen zum Boykott des Möbelhauses Rück auf­ge­ru­fen: „Wir for­dern Sie auf, Ihren Einkauf bei XXXL Rück so lan­ge ein­zu­stel­len, bis XXXL Rück die Verfahren vor dem Landesarbeitsgericht zurück­zieht, bezie­hungs­wei­se die­se im Interesse der Arbeitnehmer been­det sind“, heißt es dar­in. Verdi for­dert dabei Stadtspitze und Politik auf, bei der Entscheidung über die Ansiedlung von XXXL Rück am Centro „auch das Verhalten von XXXL Rück gegen­über den ehe­ma­li­gen Beschäftigten zu berück­sich­ti­gen“.

Fast zeit­gleich hat XXXL Rück im Wochenanzeiger Oberhausen eine Werbekampagne gestar­tet, mit dem offen­kun­dig das ange­schla­ge­ne Image des Unternehmens wie­der auf­po­liert wer­den soll. Mittlerweile sind vier Folgen einer Serie von Anzeigen erschie­nen, die geeig­net sind, die LeserInnen hin­ters Licht zu füh­ren.

Seit dem 13. Juli 2016 erscheint in der Mittwoch-Ausgabe unten auf der letz­ten Seite des Blattes eine halb­sei­ti­ge Anzeige, die auf­grund ihrer Gestaltung den Eindruck erweckt, als ob es sich hier um einen redak­tio­nel­len Beitrag des Wochenanzeigers han­deln wür­de. Das Wort “Anzeige”, das klein links oben über dem „Artikel“ steht, ist leicht zu über­se­hen.

In der ers­ten Folge wird schein­bar der Sprecher der Geschäftsleitung, Helmuth Götz, zum geplan­ten Umzug des Unternehmens in die Nähe des Centros inter­viewt. In die­sem „Interview“ will er den LeserInnen weis­ma­chen, dass die vie­len KollegInnen von Möbel Rück lei­der ent­las­sen wer­den muss­ten: auf­grund ihrer man­gel­haf­ten Arbeitsmoral, und weil sie sich den Neuerungen ver­wei­gert hät­ten, die das Möbelhaus auf Erfolgskurs brin­gen sol­len. Die LeserInnen „erfah­ren“, dass XXXL Rück her­vor­ra­gen­den Service bie­tet, die Beschäftigten vor­bild­lich ent­lohnt und oben­drein Steuern zahlt – sogar in Oberhausen …

Die Folge 2 eine Woche dar­auf beschäf­tigt sich aus­führ­lich mit dem „ein­zig­ar­ti­gen Angebot“ von XXXL und weist dabei erneut auf die gute Bezahlung der Beschäftigten hin. Die geneig­te Leserin muss sich fra­gen, war­um eine Gewerkschaft die­ses mus­ter­gül­ti­ge Unternehmen angreift. Wer dem Boykottaufruf von ver­di folgt, scheint sich außer­dem ins eige­ne Fleisch zu schnei­den, weil er oder sie schein­bar grund­los auf das groß­ar­ti­ge Angebot des Möbelhändlers ver­zich­tet.

In Folge 3 müs­sen die KollegInnen von Rück selbst mit Bild und Namen für die Zwecke von XXXL her­hal­ten. In dem „Artikel“ wird die der­zei­ti­ge Belegschaft in den höchs­ten Tönen gelobt. Verkaufsleiter Carsten König schil­dert aus­führ­lich sei­nen beruf­li­chen Werdegang bei Rück und bewirbt die her­vor­ra­gen­den Möglichkeiten, die XXXL sei­nen Auszubildenden bie­tet. Zumindest wird der Eindruck erweckt, dass er es tut.

In Folge 4 schließ­lich fällt die Betriebsratsvorsitzende des eben­falls Anfang 2014 über­nom­me­nen Möbelhauses XXXL Kröger, Kerstin Hüttner, ihren KollegInnen aus Oberhausen, die um ihren Arbeitsplatz und um die Einhaltung gesetz­lich oder tarif­lich garan­tier­ter Standards kämp­fen, kräf­tig in den Rücken. In einem „Interview“ schil­dert sie, wie sie die Übernahme des Möbelhauses Kröger durch XXXL erlebt haben will: Alles sei bes­ser gewor­den, sowohl für die KundInnen als auch für die Beschäftigten. Wer mit der Geschäftsleitung Probleme habe, sei ein­fach nur unfä­hig, zu ver­han­deln. Von dem Verhandlungsgeschick des Essener Betriebsrates sol­len auch die KollegInnen in Oberhausen pro­fi­tie­ren. Die mit einem untaug­li­chen Betriebsrat geschla­gen sind, wie mensch zwi­schen den Zeilen lesen kann.

Mit bezahl­ten Scheinartikeln und Scheininterviews, deren Inhalt aus­schließ­lich von den Auftraggebern bestimmt wird und deren Wahrheitsgehalt nicht über­prüft wird, sol­len die LeserInnen des Wochenanzeigers offen­bar mani­pu­liert und ver­dummt wer­den.

Wer Informationen über die Methoden von XXXL Rück bzw. der XXXLutz-Gruppe haben möch­te, kann sie z. B. bei AKUWILL oder bei bei Work Watch fin­den.

Petra Stanius, 7. August 2016

Möbelhaus XXXL Rück in Oberhausen: Widerstand gegen das Ausbeutungsmodell von XXXLutz

Möbelhaus XXXL Rück in Oberhausen:

Widerstand gegen das Ausbeutungsmodell von XXXLutz

 

Zu Beginn des Jahres 2014 wur­de die Möbelstadt Rück durch die XXXLutz-Gruppe über­nom­men. Im Zuge der Übernahme wur­de allen Beschäftigten des Möbelhauses in Oberhausen gekün­digt. Den meis­ten von ihnen wur­den Arbeitsverträge in XXXLutz-Gesellschaften ange­bo­ten – im Vergleich mit ihren alten Verträgen zu deut­lich schlech­te­ren Bedingungen. Potentiell unbe­que­me, „teu­re“ oder nicht so leicht künd­ba­re Beschäftigte, zum Beispiel Betriebsräte oder Schwerbehinderte, erhiel­ten nicht ein­mal die­ses Angebot. Die Geschäftsleitung behaup­tet auch heu­te noch, dies sei recht­mä­ßig gewe­sen, weil das Möbelhaus geschlos­sen und durch XXXL wie­der neu eröff­net wor­den wäre.

Kündigungsschutzklagen

Das Arbeitsgericht Oberhausen sah dies jedoch anders und ent­schied im Jahr 2016 in den meis­ten Fällen, dass die Kündigungen der Altbeschäftigten unzu­läs­sig sei­en, weil ein Betriebsübergang nach BetrVG § 613 statt­ge­fun­den habe. Tatsächlich ist der Geschäftsbetrieb bei Rück nach der Übernahme ohne Unterbrechung wei­ter gelau­fen.

Gegen die­se Urteile leg­te XXXL Berufung ein.

Am 1. August 2016 wur­de die ers­te der Kündigungsschutzklagen vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf ver­han­delt und ende­te mit einem Vergleich: Ein Tischler, der seit 1977 bei dem Möbelhaus beschäf­tigt war, erhält eine Abfindung von 75.000 Euro – 20.000 Euro mehr, als ihm in der Vorinstanz ange­bo­ten wor­den war. Der Tischler hat­te nach der Übernahme des Möbelhauses einen Arbeitsvertrag von einer der Lutz-Gesellschaften erhal­ten. Bereits nach einem hal­ben Jahr jedoch kün­dig­te XXXL Rück den Dienstleistungsvertrag mit die­ser Gesellschaft. Da Rück ihr ein­zi­ger Auftraggeber war, kün­dig­te die Gesellschaft dem Tischler betriebs­be­dingt.

Es blieb unge­klärt, ob das LAG Düsseldorf die Auffassung des Arbeitsgerichtes Oberhausen bestä­tigt hät­te, dass die Kündigung des Schreiners rechts­wid­rig war, weil es sich bei dem Bereich Schreinerei/Dekoration um einen Teil des Gesamtbetriebs gehan­delt hat, der von XXXL über­nom­men wer­den muss. Das Gericht ließ die­se Frage offen, da ihm die Beweislage für ihre Beantwortung nicht aus­rei­chend erschien.

In den kom­men­den Monaten wer­den wei­te­re Kündigungsschutzklagen von KollegInnen von Rück ver­han­delt, bei denen sich die Frage erneut stel­len wird. Es ist wich­tig, dass die kom­men­den Verhandlungen gro­ße Öffentlichkeit erfah­ren und von vie­len Menschen besucht wer­den, die die KollegInnen von XXXL Rück unter­stüt­zen und ihren Forderungen Nachdruck ver­lei­hen.

Betriebsrat wehrt sich gegen Behinderung sei­ner Arbeit

Es gibt noch einen wei­te­ren Vorwurf gegen XXXL Rück, der vor dem Arbeitsgericht ver­han­delt wird:

Der im Jahr 2014 gewähl­te Betriebsrat von XXXL Rück geht davon aus, dass er auf­grund des ein­heit­li­chen Betriebsübergangs bis 2018 im Amt ist. Dieser Auffassung war auch das Arbeitsgericht Oberhausen, als es mit die­ser Begründung im November 2015 einen Eilantrag im Zusammenhang mit der damals geplan­ten vor­sorg­li­chen Neuwahl des Betriebsrats ablehn­te.

Dem Betriebsrat wird jedoch sei­tens der Unternehmensleitung der Zutritt zu sei­nem Büro ver­wei­gert. Seit einem Jahr kann er dadurch nur sehr erschwert sei­ne Aufgabe wahr­neh­men, die Interessen der KollegInnen gegen­über der Geschäftsleitung zu ver­tre­ten. Dagegen hat der Betriebsrat Klage ein­ge­reicht. Ein ers­ter Termin vor dem Arbeitsgericht Oberhausen am 24. Juni die­ses Jahres ist geplatzt, da die von der Unternehmerseite gela­de­nen Zeugen nicht erschie­nen. Ein Ersatztermin war für den 19. Juli ange­setzt, wur­de dann aber von der Richterin kurz­fris­tig ver­scho­ben. Einen neu­en Termin für die Verhandlung gibt es der­zeit noch nicht.

Forderung: Baurecht am Centro nur gegen Rücknahme der Kündigungen

Das Möbelhaus im Schladviertel ist für die Bedürfnisse von XXXLutz eigent­lich zu klein, und auch die Lage mit­ten in einem Wohngebiet ist auf­grund des Verkehrsaufkommens pro­ble­ma­tisch. So will XXXL in der Nähe des Oberhausener Konsumtempels Centro ein gro­ßes Möbelhaus neu bau­en. Die Einleitung des nöti­gen vor­ha­be­nen­be­zo­ge­nen Bebauungsplanverfahrens hat der Rat der Stadt am 4. Juli 2016 beschlos­sen.

Bei der Ratssitzung empör­ten sich Mitglieder aller Fraktionen über die Unternehmenspraxis von XXXLutz. Sie unter­stütz­ten die Forderungen des Betriebsrates von Rück und von ver­di, dass die Neuansiedlung des Möbelhauses gekop­pelt wer­den muss an ver­bind­li­che Vereinbarungen im Sinne der Beschäftigten. Auch Oberbürgermeister Daniel Schranz (CDU) sicher­te den KollegInnen, von denen eini­ge als ZuschauerInnen die Ratssitzung ver­folg­ten, zu, auf die Geschäftsleitung von XXXL Rück ent­spre­chend ein­zu­wir­ken. Nach sei­ner Aussage hat es bereits Gespräche gege­ben, in denen man XXXLutz unmiss­ver­ständ­lich klar­ge­macht hat, dass es nur dann eine Unterstützung des Rates für die Baumaßnahme am Centro geben wird, wenn die auf­ge­stell­ten Forderungen erfüllt wer­den.

Die Forderungen von Betriebsrat, Beschäftigten und Gewerkschaft lau­ten:

  • sofor­ti­ge Rücknahme der Kündigung der Altbeschäftigten,
  • Einhaltung von sozia­len Standards, Tarifverträgen und deren Nachwirkung,
  • Wahrung der Rechte der Beschäftigten, u. a.
  • das sofor­ti­ge Wiedereinsetzen des 2014 in Oberhausen gewähl­ten Betriebsrates,
  • Garantieübernahme aller MitarbeiterInnen unter glei­chen Arbeitsvertragsbedingungen am Centro.

In dem am 4. Juli 2016 gefass­ten Ratsbeschluss kom­men die­se Forderungen aller­dings nicht vor. Die Bedingungen, die XXXL erfül­len muss, um auf dem ehe­ma­li­gen Stahlwerksgelände bau­en zu dür­fen, bezie­hen sich ledig­lich auf die künf­ti­ge Nutzung des Grundstücks im Schladviertel, dem der­zei­ti­gen Standort von Rück.

Verbale Empörung und unver­bind­li­che Versprechungen sind indes zu wenig. Zu Recht erwar­ten die KollegInnen von Rück von den Mitgliedern des Stadtrates Taten: Nämlich kei­ne Baugenehmigung zu ertei­len ohne eine Verpflichtung der Geschäftsführung von XXXL Rück, dass sie die Kündigungen der Altbeschäftigten zurück­nimmt und ihre arbeit­neh­mer­feind­li­che Praxis auf­gibt.

Boykottaufruf von ver­di

In die­se Richtung zielt auch der Boykott-Aufruf von ver­di an die BürgerInnen vom 15. Juli 2016: „Wir for­dern Sie auf, Ihren Einkauf bei XXXL Rück so lan­ge ein­zu­stel­len, bis XXXL Rück die Verfahren vor dem Landesarbeitsgericht zurück­zieht, bezie­hungs­wei­se die­se im Interesse der Arbeitnehmer been­det sind“, heißt es dar­in. Verdi for­dert dabei Stadtspitze und Politik auf, bei der Entscheidung über die Ansiedlung von XXXL Rück am Centro „auch das Verhalten von XXXL Rück gegen­über den ehe­ma­li­gen Beschäftigten zu berück­sich­ti­gen“.

Desinformationskampagne von XXXL Rück

Fast zeit­gleich hat XXXL Rück eine Werbekampagne gestar­tet, mit dem offen­kun­dig das ange­schla­ge­ne Image des Unternehmens wie­der auf­po­liert wer­den soll. Im Wochenanzeiger, einem Anzeigenblatt für Oberhausen, sind inzwi­schen vier Folgen einer Serie von Anzeigen erschie­nen, die geeig­net sind, die LeserInnen des Blattes hin­ters Licht zu füh­ren.

Seit dem 13. Juli 2016 erscheint in der Mittwoch-Ausgabe unten auf der letz­ten Seite des Blattes eine halb­sei­ti­ge Anzeige, die auf­grund ihrer Gestaltung den Eindruck erweckt, als ob es sich hier um einen redak­tio­nel­len Beitrag des Wochenanzeigers han­deln wür­de. Das Wort “Anzeige”, das klein links oben über dem „Artikel“ steht, ist leicht zu über­se­hen.

In der ers­ten Folge wird schein­bar der Sprecher der Geschäftsleitung, Helmuth Götz, zum geplan­ten Umzug des Unternehmens in die Nähe des Centros inter­viewt. In die­sem „Interview“ will er den LeserInnen weis­ma­chen, dass die vie­len KollegInnen von Möbel Rück lei­der ent­las­sen wer­den muss­ten: auf­grund ihrer man­gel­haf­ten Arbeitsmoral, und weil sie sich den Neuerungen ver­wei­gert hät­ten, die das Möbelhaus auf Erfolgskurs brin­gen sol­len. Die LeserInnen „erfah­ren“, dass XXXL Rück her­vor­ra­gen­den Service bie­tet, die Beschäftigten vor­bild­lich ent­lohnt und oben­drein Steuern zahlt – sogar in Oberhausen …

Die Folge 2 eine Woche dar­auf beschäf­tigt sich aus­führ­lich mit dem „ein­zig­ar­ti­gen Angebot“ von XXXL und weist dabei erneut auf die gute Bezahlung der Beschäftigten hin. Die geneig­te Leserin muss sich fra­gen, war­um eine Gewerkschaft die­ses mus­ter­gül­ti­ge Unternehmen angreift. Wer dem Boykottaufruf von ver­di folgt, scheint sich außer­dem ins eige­ne Fleisch zu schnei­den, weil er oder sie schein­bar grund­los auf das groß­ar­ti­ge Angebot des Möbelhändlers ver­zich­tet.

In Folge 3 müs­sen die KollegInnen von Rück selbst mit Bild und Namen für die Zwecke von XXXL her­hal­ten. In dem „Artikel“ wird die der­zei­ti­ge Belegschaft in den höchs­ten Tönen gelobt. Verkaufsleiter Carsten König schil­dert aus­führ­lich sei­nen beruf­li­chen Werdegang bei Rück und bewirbt die her­vor­ra­gen­den Möglichkeiten, die XXXL sei­nen Auszubildenden bie­tet. Zumindest wird der Eindruck erweckt, dass er es tut.

In Folge 4 schließ­lich fällt die Betriebsratsvorsitzende des eben­falls Anfang 2014 über­nom­me­nen Möbelhauses XXXL Kröger, Kerstin Hüttner, ihren KollegInnen aus Oberhausen, die um ihren Arbeitsplatz und um die Einhaltung gesetz­lich oder tarif­lich garan­tier­ter Standards kämp­fen, kräf­tig in den Rücken. In einem „Interview“ schil­dert sie, wie sie die Übernahme des Möbelhauses Kröger durch XXXL erlebt haben will: Alles sei bes­ser gewor­den, sowohl für die KundInnen als auch für die Beschäftigten. Wer mit der Geschäftsleitung Probleme habe, sei ein­fach nur unfä­hig, zu ver­han­deln. Von dem Verhandlungsgeschick des Essener Betriebsrates sol­len auch die KollegInnen in Oberhausen pro­fi­tie­ren. Die mit einem untaug­li­chen Betriebsrat geschla­gen sind, wie mensch zwi­schen den Zeilen lesen kann.Diese sicher nicht bil­li­gen Bemühungen von XXXLutz zei­gen, dass die Entschlossenheit des Oberhausener Betriebsrates, die nega­ti­ve Berichterstattung über XXXL (nicht nur) in der loka­len Presse und nicht zuletzt der Boykottaufruf von ver­di Wirkung zeigen.Mit bezahl­ten Scheinartikeln und Scheininterviews, deren Inhalt aus­schließ­lich von den Auftraggebern bestimmt wird und deren Wahrheitsgehalt nicht über­prüft wird, sol­len die LeserInnen des Wochenanzeigers offen­bar mani­pu­liert und ver­dummt wer­den.

Petra Stanius, Mitglied von verdi und AKUWILL, 7. August 2016

19.07.16: Unterstützt die KollegInnen von XXXL Rück!

19.07.16:
Unterstützt die KollegInnen von XXXL Rück!

Dienstag, 19. Juli 2016
11:00 Uhr (Beginn der Verhandlung: 11:30)
Arbeitsgericht Oberhausen
Friedrich-List-Straße 18
46045 Oberhausen

Liebe KollegInnen,
im Zuge der Übernahme von Rück durch die XXXLutz-Gruppe zu Beginn des Jahres 2014 wur­de allen Beschäftigten des Möbelhauses in Oberhausen gekün­digt. Dem grö­ße­ren Teil von ihnen, aus­ge­nom­men die Betriebsräte, die Schwerbehindertenvertretung, tarif­lich geschütz­te MitarbeiterInnen und Schwerbehinderte, wur­den neue Arbeitsverträge unter Vortäuschung fal­scher Tatsachen (fin­gier­te Schließung: das Möbelhaus hat­te nicht ein­mal für eine Minute geschlos­sen) zu deut­lich schlech­te­ren Bedingungen ange­bo­ten. Eingestellt wur­den sie über bereits an ande­ren Standorten ansäs­si­ge Gesellschaften.
In 2016 ent­schied das Arbeitsgericht Oberhausen, dass die Kündigungen der Altbeschäftigten unzu­läs­sig waren und ein Betriebsübergang nach BetrVG § 613 statt­ge­fun­den hat. Gegen die­ses Urteil leg­te XXXL Berufung ein. Die Verhandlungen sol­len ab August vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf statt­fin­den.
Inzwischen zeich­net sich ab, dass XXXL am Centro in Oberhausen ein gro­ßes Möbelhaus bau­en wird. Über die Einleitung des nöti­gen vor­ha­be­nen­be­zo­ge­nen Bebauungsplanverfahrens hat der Rat der Stadt am 4. Juli 2016 ent­schie­den.

Bei der Ratssitzung unter­stütz­ten alle Fraktionen die Forderung des Betriebsrates von Rück sowie der zustän­di­gen Gewerkschaft ver.di, dass die Neuansiedlung des Möbelhauses gekop­pelt wer­den muss an ver­bind­li­che Vereinbarungen im Sinne der Beschäftigten. U. a. hat der Oberbürgermeister nach Aufforderung der Parteien in ihren Plädoyers zuge­si­chert, auf die Geschäftsleitung von XXXL ent­spre­chend ein­zu­wir­ken.
Es sei­en dies­be­züg­lich schon Gespräche gelau­fen und man habe XXXLutz unmiss­ver­ständ­lich klar­ge­macht, dass es nur dann eine Unterstützung des Rates für die Baumaßnahme am Centro geben wer­de, wenn die auf­ge­stell­ten Forderungen umge­setzt wür­den.

Die Forderungen der Parteien, der Gewerkschaft, der MitarbeiterInnen und des Betriebsrates lau­ten:
• sofor­ti­ge Rücknahme der Kündigung der Altbeschäftigten,
• Einhaltung von sozia­len Standards, Tarifverträgen und deren Nachwirkung,
• Wahrung der Rechte der Beschäftigten, u. a.
• das sofor­ti­ge Wiedereinsetzen des 2014 in Oberhausen gewähl­ten Betriebsrates,
• Garantieübernahme aller MitarbeiterInnen unter glei­chen Arbeitsvertragsbedingungen am Centro.
Wir neh­men Oberbürgermeister Daniel Schranz (CDU) und die Ratsmitglieder ins­be­son­de­re der Ampelkoalition (SPD/Grüne/FDP) beim Wort, eine Ansiedlung von Rück am Centro ohne die Erfüllung der oben genann­ten Forderungen nicht zuzu­las­sen.
Wir erwar­ten also von den Verantwortlichen der Stadt Oberhausen, dass sie auf dem Abschluss ent­spre­chen­der Betriebsvereinbarungen bestehen.
Am Dienstag, 19. Juli 2016 um 11:30 Uhr wird vor dem Arbeitsgericht Oberhausen dar­über ver­han­delt, ob der gewähl­te und eben­falls ent­las­se­ne Betriebsrat des Möbelhauses Rück wei­ter­hin im Amt ist.
Dies ist eine Gelegenheit, die Geschäftsleitung von XXXL auf­zu­for­dern, die Kündigung aller Altbeschäftigten zurück­zu­neh­men.
Und an die Gewerkschaft ver.di her­an­zu­tre­ten, um die erfor­der­li­chen Betriebsvereinbarungen abzu­schlie­ßen.
Wenn Ihr die Möglichkeit habt, bit­ten wir Euch, die Verhandlung zu besu­chen und die KollegInnen von Rück zu unter­stüt­zen.

Aktionskreis gegen Unternehmerwillkür
(AKUWILL)

 

Freitag, der 13.: Aktionen gegen BR-Mobbing und Lohndumping in Oberhausen

Freitag, der 13.: Oberhausen
Aktionen gegen BR-Mobbing und Lohndumping

Schwarzer Freitag bei KiK in Sterkrade

Protestaktion in Oberhausen Sterkrade vor der KiK Filliale am 13.11.2015

Protestaktion in Oberhausen Sterkrade vor der KiK Filliale am 13.11.2015

 Auch in Oberhausen hat sich eine Gruppe von ver.di-Mitgliedern, dem Aktionskreis AKUWILL und Verbündeten am 13. November zu einer Aktion zusam­men­ge­fun­den, zu der ver.di auf­ge­ru­fen hat­te. Unser Ziel war die KiK-Filiale in Sterkrade.
Einige Kollegen haben sogar in der­sel­ben beim Filialleiter und den KiK-KollegInnen die Proteste zum „Schwarzen Freitag” und ihren Hintergrund bekannt gemacht. Vielleicht haben sogar eini­ge KollegInnen erst­mals durch die dort auch ver­teil­ten Flugblätter vom BR-Mobbing in ihrer Firma erfah­ren.
Viele BesucherInnen des Einkaufzentrums am „Sterkrader Tor“ waren inter­es­siert an unse­rem Protest und auch empört über die Behandlung des KiK-Personals.
Nach einer Stunde waren sämt­li­che Flugblätter an die vor­bei­kom­men­den Menschen ver­teilt.

zum Aufruf von aktion./.arbeitsunrecht