Solidaritätserklärung mit den streikenden KollegInnen des UKE und UKD

Oberhausen, 1. August 2018

An die streikenden Kolleginnen und Kollegen der Uni-Kliniken Düsseldorf und Essen

Jetzt erst recht – Solidarität mit den Streikenden Soli-Schreiben_UKE und UKD_Akuwill_01.08.2018
für mehr Personal und Entlastung!

Die Öffentlichkeit muss mehr von Euch erfah­ren. Die betrof­fe­nen Menschen sind auf ein Gesundheitssystem mit guter all­ge­mei­ner Versorgung im Krankheits- und Pflegefall, also auf qua­li­fi­ziert aus­ge­bil­de­tes Pflegepersonal ange­wie­sen. Aber genau so sind sie ange­wie­sen auf die ande­ren für ein funk­tio­nie­ren­des Gesundheitswesen benö­tig­ten Berufe und Fachkräfte.

Euren Kampf gegen eine schlei­chen­de Verschlechterung die­ses Gesundheitswesens, also den Kampf um eine heu­te mach­ba­re und kon­kre­te Verbesserung durch mehr und gut aus­ge­bil­de­te Kräfte in unse­ren Krankenhäusern, sehen wir als ein Signal für ein huma­nes und zukunfts­fä­hi­ges Gesundheitssystem in die­sem Land.

Dieses Ziel bricht mit dem pro­fit­ori­en­tier­ten Denken der Pharmaindustrie, in den Chefetagen der Krankenhauskonzerne, der Nutznießer in der Ärzteschaft und einer inhu­ma­nen Politik. Darum zei­gen die­se, was sie von Euren Forderungen und Erwartungen an eine men­schen­freund­li­che Gesundheitspolitik für Patientinnen und Patienten und für die Beschäftigten hal­ten:

Absurde Pflegekräfte-/Patientenverhältnisse von 1 zu 18 und mehr, will­kür­lich anmu­ten­de Arbeitszeitanforderungen, Auszubildende als Lückenfüller für nicht vor­han­de­nes Personal, ein Ausbildungssystem, das sei­nem Namen Hohn spricht, und man­geln­de Bezahlung.

Für uns ist die aktu­el­le Auseinandersetzung ein Signal, das ein­zig Konsequente dage­gen zu stel­len: Die Entschlossenheit, dies zu ändern und den sys­te­ma­ti­schen Abbau von huma­nem Arbeitsleben zu stop­pen.

Das Ziel, für Eure Arbeitsstätten in Düsseldorf und Essen einen Tarifvertrag für Personalbemessung und Entlastung zu errei­chen, muss sich als Beispiel auch für ande­re Berufe und Branchen ver­brei­ten. Wir wol­len mit unse­rer Solidarität und Unterstützung die­ses Signal ver­stär­ken hel­fen.

Für eine wirk­li­che, nicht pro­fit­ori­en­tier­te öffent­li­che Daseinsvorsorge im Interesse Aller!

Unsere akti­ve Unterstützung ist Euch sicher.

Solidarische Grüße

AKUWILL

Freitag, 13. Juli 2018 – Schwarzer Freitag für real in Essen

Nur gemeinsam sind wir stark!

Freitag, 13. Juli 2018 – Schwarzer Freitag für real,-

Im Zentrum des bundesweiten Aktionstags gegen Arbeitsunrecht und Union Busting standen diesmal die Machenschaften der Geschäftsführung der Kaufhauskette Real. AKUWILL beteiligte sich mit einer Kundgebung in Essen. Für denselben Tag rief Verdi die Beschäftigten von Real zum Warnstreik auf.

Freitag, der 13. Juli 2018: Real-Markt in Essen-Altendorf. Foto: P. Köster.

Freitag, der 13. Juli 2018: Real-Markt in Essen-Altendorf. Foto: P. Köster.

Wir, Mitglieder von Akuwill und Die.Linke, KollegInnen von Verdi und SympathisantInnen, haben uns an dem Aktionstag vor dem Real Markt im Kronenbergcenter in Essen-Altendorf auf­ge­stellt. Wir haben unse­re Solidarität mit den Beschäftigten von Real gezeigt und die Kundschaft dar­über auf­ge­klärt, wie die der­zei­ti­ge Situation bei der Kaufhauskette wirk­lich aus­sieht:

Anfang Mai sind die Beschäftigten in eine Gesellschaft aus­ge­glie­dert wor­den, die einen „Tarifvertrag“ mit der gel­ben Gewerkschaft HDV hat. Ob man das als Tarifvertrag oder aber als Vereinbarung mit den „Arbeitgebern“ bezeich­nen will, sei dahin gestellt. Und ob die­se Gewerkschaft wirk­lich tarif­fä­hig ist, wird zur Zeit gericht­lich geklärt.

Aber auf jeden Fall sind die Vereinbarungen sehr viel schlech­ter als der Tarifvertrag mit Verdi. Danach wer­den die Beschäftigten 26 % weni­ger ver­die­nen, und das bei einer 40 Stundenwoche. Es gibt kei­ne Nacht- und Spätzuschläge mehr. Weihnachts- und Urlaubsgeld wer­den nur noch mini­mal gezahlt.

Derzeit lau­fen alle befris­te­ten Verträge aus. Den betrof­fe­nen KollegInnen wird ange­bo­ten, wie­der ein­ge­stellt zu wer­den – zwar unbe­fris­tet, aber zu den genann­ten schlech­te­ren Bedingungen. Diejenigen, die jetzt schon in einer Festanstellung und Verdi-Mitglied sind, behal­ten erst ein­mal für ein Jahr die alten Konditionen – es sei denn, sie wer­den z.B. beför­dert. Dann erhal­ten sie einen neu­en Vertrag, natür­lich zu den neu­en Bedingungen, und damit trotz Beförderung deut­lich weni­ger Geld.

Freitag, der 13. Juli 2018: Real-Markt in Essen-Altendorf, Einfahrt zum Parkplatz. Foto: P. Köster.

Freitag, der 13. Juli 2018: Real-Markt in Essen-Altendorf, Einfahrt zum Parkplatz. Foto: P. Köster.

Egal wie man es dreht, Real för­dert die Altersarmut und die Verzweiflung!

Darum haben wir am 13. Juli die Kundschaft mit Plakaten und Flyern über die Vorgänge bei der Kaufhauskette infor­miert. Zuerst haben wir uns vor dem Haupteingang posi­tio­niert. Doch bereits eine knap­pe hal­be Stunde spä­ter wur­den wir des Platzes ver­wie­sen.

Aber eigent­lich konn­te uns nichts bes­se­res pas­sie­ren, denn der Platz, den wir dann wähl­ten, war sehr viel bes­ser geeig­net, um Aufmerksamkeit zu erre­gen. Wir stell­ten uns auf dem öffent­li­chen Bürgersteig direkt an der Einfahrt zum Parkplatz auf. Das Interesse an unse­ren Plakaten war so groß, dass es immer wie­der zu Staus kam.

Wir ver­teil­ten Informations-Flyer auch an die AutofahrerInnen und unter­hiel­ten uns mit PassantInnen, KundInnen und KollegInnen von real.

Wir hof­fen, dass wir vie­le Menschen zum Nachdenken gebracht haben. Die Machenschaften von Real und dem Mutterkonzern Metro müs­sen unter­bun­den wer­den!

Mit dem glei­chen Ziel hat­te die Gewerkschaft ver­di die Beschäftigten von Real für die­sen Freitag, den 13. zum Warnstreik auf­ge­ru­fen. In Düsseldorf, dem Unternehmenssitz von Real/Metro, fand die zen­tra­le Streikkundgebung statt.

Im Real-Markt in Essen-Altendorf hat­te die Käsetheke streik­be­dingt geschlos­sen. Freitag, der 13. Juli 2018: Real-Markt in Essen-Altendorf, Foto: P. Köster.